Folio 2026 | 267 S.
>>Auf zwei Handlungsebenen bewegt sich der Protagonist dieses Romans. Bildet der Justizfall Elvira Castell den äußeren Rahmen, so liefern die Sitzungen Avvocato Guerrinis beim Jung‘schen Psychiater Carnelutti einen Einblick in dessen Seelenleben. Während der Verlauf des Prozesses sich auf die Frage Notwehr oder Vorsatz konzentriert und mittels eines forensischen Psychiaters auf „dissoziative Amnestie“ (Erinnerungslücke) verweist, wird in den therapeutischen Sitzungen Guerrinis eine weit tiefere und für den Leser ergiebigeres Erinnerungstableau aus Kindheitsträumen hervorgehoben. Diese Entwicklung des „Patienten“ ist die Stärke des Romans.
Note: 2,5 ( ai) <<
>> Ein selbstkritischer Jurist gewährt Einblicke in sein komplexes Innenleben und das italienische Justizwesen anlässlich eines Totschlags. Dabei briliert er mit einem exorbitanten bildungsbürgerlichen Wissen, das meinen Horizont stellenweise deutlich überfordert. Erst ganz am Ende erfahren wir, was es mit dem „Horizont der Nacht“ auf sich hat. Sieht Udo L. das nicht ähnlich? Note: 2,5 (ax) <<