Liefern- Tomer Gardi

Tropen 2026 | 315 Seiten

>> Tomer Gardi bringt uns in seinem Episodenroman nach 3- jähriger, intensiver Recherche die Welt der Lieferdienste rund um den Globus nahe. Sehr verdienstvoll eigentlich, denn die prekären Beschäftiungen folgen überall dem gleichen, mafiaähnlichen Muster der totalen Abhängigkeit und Ausbeutung. Leider übertreibt es Gardi mit einer völlig nunnötigen Faktengenauigkeit, was  Straßen- und Kreuzungsnamen betrifft und überschüttet, überfordert den Leser mit einem wahren Tsunami an Namen. Auch die letzten, völlig unbedeutenden Figuren werden mit Namen vorgestellt. Es gibt  auch zahlreiche Handlungsfetzen, die ins Leere laufen und den Leser ratlos zurücklassen. Die sechs Episonden: Indie-Go- (Tel Aviv) , A New Passage to India( New-Delhi), Memesis (Istanbul), Der Tausch ( Berlin ), Das blaue Handy (Buenos Aires) und Rosen ( Kenia) werden von Gardi dadurch miteienander verknüpft, dass Personen aus einer Episode plötzlich und etwas zu bemüht in einer anderen wieder auftauchen. Die eigentliche Klammer ist allerdings das Handy, das eine zentrale Rolle in allen Episoden spielt und für alle Protagonisten unverzichtbar ist . Note 3 ( ün) <<