{"id":427,"date":"2011-09-16T15:33:00","date_gmt":"2011-09-16T13:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/?p=427"},"modified":"2023-11-22T19:07:37","modified_gmt":"2023-11-22T17:07:37","slug":"siri-hustvedt-der-sommer-ohne-maenner","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=427","title":{"rendered":"Der Sommer ohne M\u00e4nner &#8211; Siri Hustvedt"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><a href=\"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/K640_sommer_ohne_maenner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-429\" src=\"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/K640_sommer_ohne_maenner-195x300.jpg\" alt=\"Siri Hustvedt- Sommer ohne M\u00e4nner\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/K640_sommer_ohne_maenner-195x300.jpg 195w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/K640_sommer_ohne_maenner.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a><\/strong><\/em><strong>Rowohlt 2011, 300 Seiten.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&gt;&gt;\u201eDie Banalit\u00e4t der Geschichte \u2013 die Tatsache, dass sie jeden Tag <em>ad nauseam <\/em>(auf Deutsch: \u201abis zum Erbrechen\u2018 w\u00e4re verst\u00e4ndlicher aber weniger bildungsbeflissen gewesen) von M\u00e4nnern wiederholt wird, die pl\u00f6tzlich oder allm\u00e4hlich entdecken, dass, was IST, nicht SEIN MUSS, und dann handeln, um sich von den alternden Frauen zu befreien, die sie und ihre Kinder jahrelang versorgt haben \u2013 d\u00e4mpft nicht das Elend, die Eifersucht und die Dem\u00fctigung, die die Verlassenen \u00fcberkommt.\u201c<br \/>\nWas uns Siri\u00a0 Hustvedt \u00fcber dieses Motiv der betrogenen Frau (Elend, Eifersucht, Dem\u00fctigung) am Beispiel der Mia-Boris Beziehung zu erz\u00e4hlen wei\u00df, bleibt d\u00fcrftig und lie\u00df meine Augen vielfach ohne jeden Genuss und schon gar nicht Erguss \u201ein ihren H\u00f6hlen nach oben rollen\u201c. Nach 30j\u00e4hriger Ehe durchl\u00e4uft die Professorin f\u00fcr Komparatistik und bekannte Lyrikerin Mia Fredricksen aus New York durch das \u201ePause-Abenteuer\u201c ihres Ehemannes Boris Izcovich (ein bekannter Neurowissenschaftler und Rattenmann) eine kurze aber schwer psychotische Krise um sich danach in den heimatlichen Mutterscho\u00df eines Provinzst\u00e4dtchen in Minnesota zur\u00fcckzuziehen, wo ihre betagte Mutter zusammen mit ihren \u201ef\u00fcnf Schw\u00e4nen\u201c, f\u00fcnf verwitweten Frauen zwischen 84 u. 102, \u201eder Elite des Ostfl\u00fcgels von Rolling Meadows\u201c in einer vornehmen Seniorenwohnanlage \u201ein einer intensiven Gegenwart lebte\u201c. Dem m\u00e4nnerlosen Sommer Mias und der fast m\u00e4nnerlosen Gegenwart dieses Seniorinnensextetts \u00a0(allein ein rollstuhlfahrender Mitbewohner namens Oscar Busley erf\u00e4hrt ein kurze Erw\u00e4hnung, wie k\u00f6nnte es auch durch die eingeschlagene Perspektive des Romans auch anders sein, als l\u00fcstern Enthemmter) gesellt sich gleichsam als jugendliches Pendant ein Gr\u00fcppchen von 7 pubertierenden M\u00e4dchen (\u201e\u00dcber die prickelnde Aussicht hinaus, Mitglieder des anderen Geschlechts zu treffen, herrschte zwischen ihnen jedoch noch eine zus\u00e4tzliche Spannung\u2026\u201c), denen die New Yorker Professorin Mia \u00a06 Wochen \u00a0\u201ecreative writing\u201c vermittelt. \u00a0W\u00e4hrend sich das Seniorinnen- gr\u00fcppchen eher als Solidargemeinschaft (nicht nur in der Form eines monatl. Lesezirkels) erweist, entgleitet Mias Schreibkurs\u00a0 zunehmend zum Zickenkrieg, der rund um die Periodengeschichte Alice\u2018 alle Z\u00fcge einer Mobbinggeschichte tr\u00e4gt, aber dank Mias Geschick durch eine reichlich konstruierte literarische \u201eHexenzirkel\u201c- Rollengeschichte aufgearbeitet wird.\u00a0 Neben Alt und Jung dient Mia eine dritte, allerdings kurze Episode ebenfalls als Spiegel von \u201eGeschlechterbeziehungen\u201c. Erweckt Mia zun\u00e4chst den Eindruck in der Nachbarfamilie Pete, Lola, Flora u. Simon zeigten sich alle Strukturen einer gewaltt\u00e4tigen m\u00e4nnerdominierten Unterschichtfamilie, so entpuppt sich das Ganze als \u201eSeifenoper\u201c mit reichlich kitschigem Happyend. Alle drei Geschichten f\u00fchrend Mia in unterschiedlicher Weise zur\u00fcck auf Spuren der eigenen Vergangenheit\u00a0 und Kindheit und erf\u00fcllen damit \u00a0auch eine therapeutische Funktion, auch im Bezug auf Sexualit\u00e4t. Dabei finden die \u201eknospenden K\u00f6rper\u201c der pubertierenden M\u00e4dchen, die Mia \u00a0als \u201eindirekter Beschleuniger\u201c dienen ihre erotische Vergangenheit\u00a0 einem geheimen B\u00fcchlein anzuvertrauen, eine Entsprechung in den Enth\u00fcllungen der 94j\u00e4hrigen Abigail, die Mia ihre erotischen Gobelinstickereien offenbart. Mias Enth\u00fcllungen bleiben demgegen\u00fcber mager und selbst ihre Erinnerung an den Bibliotheksquickie mit Professor B. kommt nicht ohne den bildungsbeflissenen Zusatz aus, es sei geschehen w\u00e4hrend ihrer Besch\u00e4ftigung mit dem \u201c leichteren\u201c \u00a0Kant, der \u201eKritik der praktischen Vernunft\u201c, nicht der \u201eKritik der reinen Vernunft\u201c (oder ist dieser Hinweis gar ironisch gemeint?)<br \/>\nEine ganz andere Ebene betritt die Autorin \u00a0mit der skurrilen \u201eNiemand-Briefgeschichte\u201c, die vor allem durch Pseudotiefsinn auff\u00e4llt (auch die Autorin bekennt \u201eNiemand verstand Niemand\u201c). Niemands Reflexionen stellen den \u00e4rgerlichen H\u00f6hepunkt in einer Reihe intellektueller Verirrungen Mias dar (ihre eigenen Gedichte \u2013merkw\u00fcrdigerweise hat Niemand hier ein erstaunlich klares Urteil\u00a0 \u201ehirnrissig, Schei\u00dfe\u201c- Namedropping durch die abendl\u00e4ndische Literaturgeschichte,\u00a0 Freud- und Kierkegaard- Verschnitt, abenteuerliche Orgasmus-Theorien im Tierreich, Columbus Klitoris-Entdeckung etc.), die das Gegenteil von dem bezeugen, was die ZEIT-Kritik der Autorin Siri Hustved bescheinigt: \u201cintellektuelle Demut\u201c. Was aber, so fragt der von der Erz\u00e4hlerin immer wieder ins Handlungsgeschehen mit einbezogene Leser, ist der Grund, dass \u201edie Banalit\u00e4t der Geschichte\u201c (n\u00e4mlich dass ein Mann eine j\u00fcngere \u201ePause\u201c nimmt) eine vermeintlich gl\u00fcckliche Wendung nimmt und Boris, nachdem er Mia reichlich verkitscht \u201eden Hof macht\u201c wieder zur\u00fcckkommt (doll dieser Schluss, auch sprachlich erstaunlich: \u201eEin Auto f\u00e4hrt in die Einfahrt\u201c wei\u00df die gemeinsame Tochter Daisy zu berichten \u2013 \u201eEs ist Dad, Mom\u2026.Na,na, willst du nicht aufmachen?\u2026.Mach du auf\u2026\u2026Er soll zu mir kommen\u201c. Die \u201eABBLENDE\u201c auf S.300 kommt viel viel zu sp\u00e4t, aber die amerikanische Leserin aus gut situiertem Milieu sieht diesen Frauenroman sicherlich ganz ganz anders. <strong>Note<\/strong>: 5 (ai)&lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;\u201eEin Sommer ohne M\u00e4nner\u201c suggeriert ein sorgenfreies Licht, das \u00fcber die Sommersonnenwende hinaus strahlt. Oder eine anhaltende Hitzewelle, der nicht nur fruchtbarer Regen sondern auch ein guter Teil der Sch\u00f6pfung, eben M\u00e4nner, fehlt. Oder schlicht eine zuf\u00e4llige L\u00fccke. Siri Hustvedt macht daraus Kreuzungspunkte zahlreicher Lebenslinien in einem Sommer im mittleren Westen Amerikas. M\u00e4dchen, Ehefrauen, Greisinnen, denen gemeinsam ist, dass ihnen M\u00e4nner fern, fremd oder abhanden gekommen sind. M\u00e4dchen ohne Jungs, Frauen ohne treue Ehem\u00e4nner, Senioren ohne lebende Gatten. Mia, die Literaturprofessorin und Ich-Erz\u00e4hlerin ist eine von Ihnen. Mia steht unter dem Schock einer Pause &#8211; einer Pause in ihrer Ehe. Eine Pause, die ihr Ehemann zu einem Exkurs mit einer jungen neurobiologischen Kollegin beansprucht. Mias Zusammenbruch ist so gr\u00fcndlich, das sie sich in der Psychiatrie vergisst und sich erst bei einer Flucht in den heimatlichen Mutterscho\u00df tausende Kilometer entfernt m\u00fchsam an sich selbst erinnert. Hier im mittleren Westen spinnt sie vorsichtig neue F\u00e4den, eingemietet in ein fremdes Haus mit h\u00e4ufigen Besuchen bei ihrer im Seniorenstift lebenden Mutter und einem Lyriklehrkurs f\u00fcr von den Sommerferien vergessenen Kleinstadtg\u00f6ren. In dem neuen Geflecht wird sie f\u00fcr die \u00fcberforderte Mutter Lola aus der Nachbarschaft mit ihren zehrenden Kleinkindern und dem unbeherrschten Ehemann zur Lebensst\u00fctze. Dem Seniorenkreis \u201eF\u00fcnf Schw\u00e4ne\u201c ihrer Mutter ist sie ein willkommender Gast, der nicht nur mit Literaturbeitr\u00e4gen den Alltag auf \u201eRolling Meadows\u201c anreichert, sondern auch vertrauensvoller Zuh\u00f6rer f\u00fcr nicht-geahnte Intimit\u00e4ten hoch betagter Damen ist. Die pubertierenden Sch\u00fclerinnen \u00fcberrascht Mia mit provokanten Ann\u00e4herungen an Wort und Sprache, die sie in der Lyrikwerkstatt zu unkonventionellen Gedicht-Basteleien einsetzen l\u00e4sst. Im Laufe des mehrw\u00f6chigen Kurses gewinnt Mia ihre St\u00e4rke zur\u00fcck und wird zur weisen Mediatorin in einem h\u00e4sslichen Zickenkrieg, der unter den konkurrierenden M\u00e4dels Unfrieden stiftet.<br \/>\nNeben den leibhaftigen Beziehungen steht Mia virtuell in Kontakt mit ihrer best\u00e4rkenden Psychotherapeutin, der liebenden Tochter Sarah und einem Mr. Niemand, der vielleicht auch eine Frau ist und sie zun\u00e4chst mit beleidigenden, sp\u00e4ter borderline-philosophisch ausufernden Emails bombardiert. Ihr Mann Boris sendet ebenso Signale, die im Laufe der Monate und dem Verlust seiner Pause reuevoller klingen. Und weil auch ein Sommer ohne M\u00e4nner einmal zu Ende geht, steht Boris im Fr\u00fchherbst wie erhofft wieder vor der T\u00fcr und alles wird f\u00fcr die genesende Mia vermutlich wie fr\u00fcher.<br \/>\nDer Leser wird sprachlich durchaus unterhalten, doch erschlie\u00dft sich ihm nicht, welche (literarisch gehaltvollen) Bez\u00fcge zwischen den Bezugsgruppen bestehen, ob die gerade aufbrechenden Konflikte der Jugend die gel\u00f6sten Probleme der Senioren sind und ob Mia gerade durch das Eingebundensein zwischen beiden Gruppen die L\u00f6sungen f\u00fcr ihre Lebenspause findet. Ebenso offenbart sich zwischen den realen und den virtuellen Kontakten keine Verbindung, so dass dieser Sommer ein Panoptikum bleibt, in dem Wachsfiguren ohne inhaltlichen Bezug zueinander ausgestellt werden. Schade. Selbst die seelische Genesung von Mia wird nicht offensichtlich aus den Begegnungen gespeist. Auch wenn eindrucksvolle Textpassagen und Konstruktionen eingestreut sind wie die sprachtherapeutische Konfliktl\u00f6sung unter den Schulm\u00e4dchen oder die homoerotischen Masturbationsstrickereien der uralten Abigail, wird f\u00fcr einen Sommer ohne M\u00e4nner dann doch ein anderes Buch empfohlen.\u00a0 <strong>Note<\/strong>: 3\/4\u00a0\u00a0(ur) &lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Mia , Literaturwissenschaftlerin , nat\u00fcrlich preisgekr\u00f6nt wird von ihrem Mann Boris, Neurobiologe, \u00a0nat\u00fcrlich weltber\u00fchmt, verlassen. Er braucht eine\u201c Pause\u201c.\u00a0 Mia ist tief verletzt und kommt vor\u00fcbergehend sogar in die Psychiatrie. Sie zieht schlie\u00dflich zu ihrer 87-j\u00e4hrigen Mutter, die mit ihren r\u00fcstigen, vitalen Freundinnen im Altersheim lebt. Zugleich h\u00e4lt sie vor Ort einen Sommerkurs im kreativen Schreiben f\u00fcr 7 pubertierende M\u00e4dchen, deren subtiles Beziehungsgeflecht sie einf\u00fchlsam durchschaut. Die allzu h\u00e4ufig eingeflochtenen Zitate aus der Weltliteratur und das permanente namedropping nerven allerdings schon gewaltig. Ohne Kirkegaard, Meister Eckhart, Hegel, Schelling, Heidegger, Goethes Faust und den Buddhismus scheint bei Huistvedt wenig zu laufen. Kein Wunder bleiben auch Versprechungen \u00fcber ein erotisches Tagebuch, das sie in einer Art Rachfeldzug gegen Boris schreiben will, leer. Die Deutung\u00a0 von Mia\u2019s Beziehung zu ihrem Vater als Schl\u00fcssel zu ihrem Verhalten gegen\u00fcber Boris wirkt trivial und wenig \u00fcberraschend. Selbst bei den durchaus entt\u00e4uschenden Betrachtungen \u00fcber Sex muss uns die Ich Erz\u00e4hlerin dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, dass sie den schwierigen Kant\u201c, den der reinen Vernunft, schon mit 20 Jahren gelesen hat. Auch die seltsame Figur des Mr. Niemand, die ihr E-Mails schreibt, scheint nur eingebaut zu sein f\u00fcr\u00a0 intellektuelle H\u00f6henfl\u00fcge und als Nachweis der Belesenheit der Autorin. Es geht am Ende in dem E-Mail-Verkehr um schwierigste letzte Fragen des Seins , nachdem \u00a0anfangs noch von Schei\u00dfe und hirnrissiger Poesie die Rede war .Von intellektueller Demut, wie in der Besprechung in \u201eZeit\u201c versprochen, keine Spur. Im Gegenteil. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter, mit dem eigenen \u00c4lterwerden dann wieder besser gelungen, auch die Schilderung der Mobbing-Aff\u00e4re in ihrem Literaturkurs hat mir gefallen.<br \/>\nDie Erkl\u00e4rung f\u00fcr die auf den ersten Blick \u00fcberraschende Wendung im Buch- Boris kehrt zur\u00fcck und\u00a0 Mia nimmt ihn auch wieder &#8211; mag trivial und kitschig klingen, ist es aber keineswegs:\u00a0 \u201eDie Erkl\u00e4rung war Zeit, all die Zeit, die wir miteinander verbracht hatten\u201c. <strong>Note<\/strong>: 3 (\u00fcn)&lt;&lt;<\/p>\n<p>&gt;&gt; Arme Mia. Ihr Boris hat sie verlassen. Nach drei\u00dfig Jahren. Wegen einer Franz\u00f6sin mit \u201esignifikantem Busen, der echt, nicht k\u00fcnstlich war\u201c (Seite 11). Dessen Signifikanz wird aber nur einen Sommer lang wirken. Im Herbst kommt Boris wieder heim. Das Buch sei eine Kom\u00f6die, sagt die Autorin (ZEIT-Literatur, M\u00e4rz 2011). Ach so. Doch bevor Boris zur\u00fcckkommt, wird Mia tempor\u00e4r verr\u00fcckt. Danach zieht sie in ihr Heimatdorf nach Minnesota, wo ihre Mutter in einem Altersheim lebt.\u00a0 Die Schilderung der Mutter und ihrer vier betagten Freundinnen (\u201ef\u00fcnf Schw\u00e4ne\u201c) z\u00e4hlen zu den gelungensten Passagen des Romans. Fast kontrapunktisch dagegen gesetzt der Lyrik-Workshop mit sieben jungen M\u00e4dchen. Einf\u00fchlsam wird ein Zickenkrieg beschrieben. Auch die mittlere Generation fehlt nicht: Nachbarin Lola mit zwei kleinen Kindern und einem h\u00f6chst komplizierten Mann. Hin und wieder taucht auch Tochter Daisy bei den Eltern auf. Typisch oder stereotypisch? Viele solcher Beziehungskatastrophen habe sie in ihrem Umfeld beobachten k\u00f6nnen, erz\u00e4hlt die Romanci\u00e8re. Bei ihr zuhause sei aber alles bestens, ihren drei\u00dfigsten Hochzeitstag habe sie mit Paul k\u00fcrzlich in einem Hotelzimmer gefeiert. Ist doch sch\u00f6n. Ich habe diesen aus vielen Splittern zusammengesetzten Roman als Zumutung empfunden. Das fast\u00a0 unabl\u00e4ssige Namedropping\u00a0 ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten, die uns\u00e4glichen, selbst gebastelten Gedichte, die\u00a0 \u201eZeichnungen\u201c der Schriftstellerin, ihr verungl\u00fccktes Sex-Tagebuch.\u00a0 Nicht zu vergessen ihre inhaltlich fragw\u00fcrdigen Ausfl\u00fcge in die Genderforschung und Neurowissenschaft, ihre Reflexionen \u00fcber Gehirnunterschiede zwischen Mann und Frau. M\u00e4nner, und so gesehen h\u00e4lt der Titel auch fast was er verspricht, kommen nur als die Versender von E-Mails vor. F\u00fcr die Erinnerung gilt das\u00a0 allerdings nicht. Vieles ist einfach etwas zu egozentrisch und primadonnenhaft geschrieben. Die \u00dcbersetzung war vermutlich nicht leicht. Kann mir jemand sagen was ein \u201eWerdepfad\u201c ist?<br \/>\nDie Botschaft des Romans: \u201cMeine Antwort lautet: Ho! Ho! Ho!. Der Kummer mit den Geschlechtern h\u00f6rt nie auf\u201c (S.161). Vielleicht sollten wir versuchen,\u00a0 \u201eunsere\u201c B\u00fccher etwas sorgf\u00e4ltiger auszuw\u00e4hlen. Die iranische Liebesgeschichte war doch auch eine Qual, oder? \u00a0<strong>Note<\/strong>: 4\/5\u00a0\u00a0 (ax)&lt;&lt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rowohlt 2011, 300 Seiten. \u00a0&gt;&gt;\u201eDie Banalit\u00e4t der Geschichte \u2013 die Tatsache, dass sie jeden Tag ad nauseam (auf Deutsch: \u201abis zum Erbrechen\u2018 w\u00e4re verst\u00e4ndlicher aber weniger bildungsbeflissen gewesen) von M\u00e4nnern wiederholt wird, die pl\u00f6tzlich oder allm\u00e4hlich entdecken, dass, was IST, &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=427\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[56,57],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=427"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1882,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions\/1882"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}