{"id":262,"date":"2008-04-25T18:54:06","date_gmt":"2008-04-25T16:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/?p=262"},"modified":"2023-11-22T18:32:52","modified_gmt":"2023-11-22T16:32:52","slug":"daniel-glattauer-gut-gegen-nordwind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=262","title":{"rendered":"Gut gegen Nordwind &#8211; Daniel Glattauer"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><a href=\"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/K640_gut_gegen_nordwind.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-267\" src=\"http:\/\/lq.kunstundwohnen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/K640_gut_gegen_nordwind-194x300.jpg\" alt=\"Gut gegen Nordwind\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/K640_gut_gegen_nordwind-194x300.jpg 194w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/K640_gut_gegen_nordwind.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a>Deuticke 2006,\u00a0 223 Seiten. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;Man nehme zwei fremde Menschen, die einander begehren und einen st\u00f6renden Ehegatten, verzichte auf eine treibende Handlung und serviere ausnahmslos in Dialogen. Fertig ist die Sch\u00f6pfung. Also der klassische Langweiler unter den literarischen Serviervorschl\u00e4gen? Daniel Glattauer belehrt uns eines besseren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zunehmender Wissbegierde folgen wir dem postmodernen Emailgefl\u00fcster zweier Gleichgesinnter, die ein Internet-Missverst\u00e4ndnis zwar nur virtuell aber mit zunehmender Geschwindigkeit auch mental verlinkt. Aus hingeworfenen Gr\u00fc\u00dfen werden komponierte Passagen, die sich zu minutenschnellen Stakkati eines erotisch subtil angehauchten Elektronenwindes verdichten. Die Beteiligten werden rasend schnell aneinander s\u00fcchtig, und wir als voyeuristische Zuh\u00f6rer ebenso. Was wir erleben ist nicht nur eine platonische Hingebung Unbekannter und damit das ewig lebendige Pulsieren des Eros sondern auch die Faszination einer neuen Kommunikationsform. Auch wenn wir den Briefroman schon lange kennen, er\u00f6ffnet der Emailroman eine neue Qualit\u00e4t, weil schon fast im Takt des gesprochenen Wortes eine gr\u00f6\u00dfere Vitalit\u00e4t m\u00f6glich wird und dennoch durch den geschriebenen Text die Worte authentisch gefasster und damit bei Glattauer auch poetischer gesetzt werden k\u00f6nnen als in direkten Zwiegespr\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leo Leike ist Psychologe und als treffsicherer Sprachanalytiker in ein Forschungsprojekt eingebunden, welches auf emotionale Inhalte in der Emailkommunikation gerichtet ist. Auf Grund eines Vokalfehlers erreicht ihn mehrmals ein an den LIKE Verlag gerichtetes Beschwerdeschreiben einer Emmi Rothner. Beide kommen neun Monate sp\u00e4ter zuf\u00e4llig in dem Moment wieder in Kontakt, als Leo verzweifelt auf eine beruhigende Nachricht seiner ihn zum wiederholten Male verlassenden Lebensgef\u00e4hrtin wartet. Er wartet vergeblich &#8211; sie gew\u00e4hrt ihm keinen Vers\u00f6hnungsausflug nach Paris sondern gibt sich einem anderen hin. Just in dem Moment erreicht ihn erneut eine Weihnachts-Rundmail aus Emmis Verteilerbox. Die Unbekannten kommen bald ins Gespr\u00e4ch, getrieben von der inneren Leere, die sie beide erf\u00fcllt. Emmi ist mit ihrem ehemaligen, 14 Jahre \u00e4lteren Musiklehrer verheiratet, der nach dem Tod seiner ersten Ehefrau zwei kleine Kinder in die Ehe mitbrachte. Zwar genie\u00dft sie das grenzenlose Verst\u00e4ndnis ihres respektvollen Gatten, doch f\u00fchlt sie nach acht bilderbuchartigen Ehejahren eine ungestillte Lust nach Grenz\u00fcberschreitungen, ohne diese jedoch klar zu erfassen. Im Internetgespr\u00e4ch mit Leo gewinnt diese Bed\u00fcrftigkeit immer mehr Konturen und schon bald hofft sie Leo sehen zu k\u00f6nnen. Doch Leo ist \u00fcberzeugt, dass die Realit\u00e4t nie mit dem inzwischen entstandenen Visionen des (visuell unbekannten) Gespr\u00e4chspartners \u00fcberstimmen wird. Damit m\u00fcsste unweigerlich das inzwischen gereifte Traumbild des anderen in sich zusammenst\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Dr\u00e4ngen von Emmi stimmt er einem anonymen Treffen in einem stark frequentierten Kaffeehaus zu, bei dem sich beide jedoch nicht zu erkennen geben d\u00fcrfen. Raffiniert treibt der Autor die Geschichte auf einen ersten H\u00f6hepunkt zu, ohne jedoch die Spannung aufzul\u00f6sen. Beide erkennen einander nicht. Emmi studiert alle allein auftretenden M\u00e4nner und ist von deren Erscheinungen grenzenlos entt\u00e4uscht. Leo ist mit seiner attraktiven Schwester Adrienne erschienen, steht mit dem R\u00fccken zum Publikum und gibt sich als Verliebter, der seine Aufmerksamkeit ausschlie\u00dflich seiner vermeintlichen Partnerin widmet. W\u00e4hrend dessen beschreibt Adrienne ihm die Besucherinnen des Lokals. Sein Bild von Emmi wird zwar konkretisiert, doch bleibt es ausreichend unscharf und n\u00e4hrt damit weitere Traumbilder. Die Virtualit\u00e4t bleibt trotz der Realit\u00e4t erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In wiederholten und manchmal erm\u00fcdenden Rhythmen erleben wir ein weiteres Element der virtuellen Kommunikation. Die Unsch\u00e4rfe bewirkt eine durchg\u00e4ngige Metastabilit\u00e4t des Beziehungsverh\u00e4ltnisses. Bleibt eine Emailantwort etwas l\u00e4nger aus, schleichen sich vor allem bei Emmi augenblicklich Zweifel \u00fcber das tats\u00e4chliche Interesse an ihrer Person ein. Offen ausgetragene Zuneigung verkehrt sich in wenigen S\u00e4tzen ins Gegenteil. Nicht-Wissen wird vorschnell kompensiert mit L\u00fccken-f\u00fcllenden Vermutungen, vermeintliche Verletzungen werden mit Angriffen aufgewogen. Doch auch diese Wendungen sind kurzlebig und lassen Raum f\u00fcr erneute Ann\u00e4herungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Verweis, Leo br\u00e4uchte dringend mal eine Frau, versucht Emmi in naiver Weise weitere Erkenntnisse \u00fcber Leo zu gewinnen, in dem sie ihn mit ihrer besten Freundin Mia bekannt macht. Aus Trotz gegen\u00fcber dem instrumentalisierenden Spiel von Emmi schlafen beide miteinander. Leo sp\u00fcrt jedoch, dass man nur miteinander schlafen kann, aber nicht gegen einen Dritten. Es bleibt beim one-night stand. Die Wechsel intensivieren sich, der Emailverkehr beginnt f\u00fcr beide schon vor dem Fr\u00fchst\u00fcck. Nachts wird der Labtop zum Beischl\u00e4fer, sollte das Info-L\u00e4uten eine sp\u00e4te Email ank\u00fcndigen. Beiden wird zunehmend der Suchtcharakter ihrer Beziehung klar, dem sie sich nur phasenweise entziehen k\u00f6nnen. Bei kollektiv genossenem Alkohol vor getrennten Bildschirmen jedoch nie. V\u00f6llig \u00fcberraschend meldet sich eines Tages Emmis Gatte Bernhard mit der \u00fcberzeugenden Beichte, alle Emails gelesen zu haben, nachdem seine Frau ihm und den Kindern entglitten sei und nur noch zur\u00fcckgezogen mit ihrem PC lebe. Weil ihm klar sei, dass die Abh\u00e4ngigkeit seiner Frau von ihrer idealisierenden Fantasie gen\u00e4hrt werde, erhoffe er sich ein Ende des Spuks, sollte an ihre Stelle die Wirklichkeit treten. Deshalb m\u00f6ge Leo ein einziges Mal mit seiner Frau schlafen, um sie dann endg\u00fcltig freizugeben. Leo l\u00e4sst die Antwort offen, sichert Stillschweigen zu und dr\u00e4ngt den Ehemann mit Emmi ein kl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren, warum sie \u00fcberhaupt in eine virtuelle Abenteuerwelt fl\u00fcchte und wo die Defizite ihrer Ehe l\u00e4gen. Das Gespr\u00e4ch findet nicht statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leo scheint diese Entwicklung als gef\u00e4hrliche Grenz\u00fcberschreitung zu erleben, der er einen totalen Schnitt entgegensetzt. Er teilt Emmi mit, in K\u00fcrze zwei Jahre nach Boston im Rahmen eines Forschungsprojektes zu gehen und den Kontakt mit ihr abbrechen zu wollen, um f\u00fcr eine reale, legale Beziehung offen sein zu k\u00f6nnen. Zuvor m\u00f6chte er sie nochmals treffen: im Dunkeln ohne sich zu sehen. Das weitere w\u00fcrden sie dem Moment \u00fcberlassen. Tats\u00e4chlich bereiten sich beide ernsthaft auf die Begegnung vor, doch kommt auch diese nicht zustande. Bei ihrem Abschied zuhause w\u00fcnscht Bernhard: \u201eAm\u00fcsiere dich gut, Emm<span style=\"text-decoration: underline;\">i<\/span>\u201c, wodurch Emmi realisiert, dass sie entdeckt wurde. Wie zu Beginn der Geschichte ist es wieder ein Vokal. Bernhard nannte sie stets Emm<span style=\"text-decoration: underline;\">a<\/span>. Mit dem \u201ei\u201c hat er die entfremdete Gattin entlarvt und paralysiert. Ein identit\u00e4tsstiftender Vokal, die f\u00fcr Emmi die besagte virtuelle Grenz\u00fcberschreitung zusammenfasst. Die kl\u00e4rende Email von Emmi erreicht Leo jedoch nicht mehr, der inzwischen seinen Account storniert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Emmi waren Leos Emails gut gegen Nordwind, wenn sie nicht schlafend konnte. F\u00fcr jeden Schlafgesch\u00e4digten d\u00fcrfte das nicht anders sein. Eine kurzweilige Bettlekt\u00fcre.<strong><br \/>\nNote: <\/strong>2+\u00a0(ur)&lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Eine fehlgeleitete\u00a0 E-Mail von Emmi Rothner landet bei dem Sprachpsychologen Leo Leik. Ein harmloser Zufall, wie er im Cyberspace \u00a0tats\u00e4chlich wahrscheinlich t\u00e4glich tausendfach vorkommt. Was Daniel Glattauer in \u201eGut gegen Nordwind\u201c \u00a0aus diesem Plot macht, geh\u00f6rt zum Besten und Sch\u00f6nsten, was ich seit langem gelesen habe. Deshalb soll auch nicht viel verraten werden. Selber lesen! Mit Sprachwitz und psychologischem Tiefgang entwickelt sich ein E-Maildialog, in dem die beiden Protagonisten sich zunehmend n\u00e4her kommen und gleichzeitig fern bleiben, sich gleichsam in die Seele des anderen einnisten ohne eine Ahnung vom \u00c4u\u00dferen des anderen zu haben. Doppelb\u00f6dig, wie vieles in diesem Meisterwerk,\u00a0 auch der Umstand, dass der Sprachpsychologe Leik an einer Untersuchung mitwirkt, \u201ewie Emotionen per E-Mail transportiert\u201c werden k\u00f6nnen. Immer wieder \u00dcberraschungen bereithaltend, kreist die Geschichte um die alles entscheidende Frage. Am Ende sorgt die Vertauschung von nur zwei Buchstaben an einem \u00e4u\u00dferst stimmigen Ende mit. Wie nahe man sich ausschlie\u00dflich mit den Mitteln der Sprache kommen kann, ohne jeglichen materiellen Unterbau, das zeigt uns Glattauer in atemberaubend sch\u00f6ner und gelungener Weise.\u00a0<strong>Note : <\/strong>1<strong>\u00a0<\/strong>(\u00fcn)&lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;Ein Roman, der nur aus E-Mails besteht, ist vermutlich ein Novum.Ein Frau, ein Mann, die Mails jagen sich manchmal fast pausenlos; l\u00e4ngere Mail- Pausen l\u00f6sen Entzugserscheinungen aus. Leo Leike bringt ideale Voraussetzungen f\u00fcrs Mailen mit, untersucht er doch den Einfluss dieser Textsorte auf unser Sprachverhalten und seine Eignung als Transportmittel f\u00fcr Emotionen. Der Roman ist voll davon. Alles beginnt mit einem Tippfehler. Ein Prozess der langsamen Ann\u00e4herung folgt, die Neugier auf den anderen Menschen w\u00e4chst. Kann man zum Beispiel \u00a0\u201ej\u00fcnger schreiben\u201c als man tats\u00e4chlich ist? Ein Puzzle-Bild des anderen entsteht und gleichzeitig die Bef\u00fcrchtung, eine reale Begegnung\u00a0 k\u00f6nne das positive Bild zerst\u00f6ren. Fehleinsch\u00e4tzungen der eigenen Person, aber auch des Partners komplizieren die Kontakte. So untersch\u00e4tzt Emmi Rothner grandios die Eifersucht ihres Ehemanns, aber auch ihre eigene. Wie und wo soll das alles enden, fragte ich mich besorgt schon ziemlich fr\u00fch. Zum Gl\u00fcck erf\u00e4hrt man es erst recht sp\u00e4t. Daniel Glattauer macht die Magie des geschriebenen Wortes erfahrbar. Wer selbst mit unbekannten Menschen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit kommunizierte, vielleicht erlebt hat, wie \u201eMenschenbilder\u201c bei wirklichen Begegnungen sekundenschnell zusammen-brechen k\u00f6nnen, der wird dieses Buch ganz besonders genie\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Note: <\/strong>1\u2013<strong>\u00a0<\/strong> (ax)&lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&gt;&gt;Ein \u201ee\u201c zuviel in der Emailadresse, das ist der Anfang und ein enth\u00fcllendes Emmi \u201ei\u201c, das ist in doppeltem Sinne das Ende. Zwischen diesen beiden Buchstaben entfaltet sich eine faszinierende virtuelle Beziehungsgeschichte zwischen dem 36 j\u00e4hrigen Sprachpsychologen Leo Leike und der sich in einer gl\u00fcckliche Ehe w\u00e4hnenden 34 j\u00e4hrigen Emmi Rothner. Ein Spiel beginnt, in das sich beide zun\u00e4chst noch souver\u00e4n agierende Protagonisten Schritt f\u00fcr Schritt doch Hals \u00fcber Kopf verstricken. Ein Spiel &#8211; vor allem mit Sprache. Entscheidender noch als die recht sp\u00e4rlichen faktischen Mitteilungen ist, was zwischen den Zeilen vermutet wird, welche Bilder und Erwartungen das geschriebene Wort am Bildschirm vom jeweiligen Gegen\u00fcber in den K\u00f6pfen der beiden Protagonisten freisetzt, wie eine Parallelwelt virtueller Zweisamkeit entsteht. Da sieht sich\u00a0 Emmi zuweilen als Teil der Marlene-Verarbeitungs- therapie Leos und der durch Marlene leicht beziehungsgesch\u00e4digte Leo setzt mit\u00a0 bedeutungs- tragenden Anf\u00fchrungszeichen zur gl\u00fccklichen Ehe Emmis ( Bernhard, die Kinder und die vermuteten Streifenh\u00f6rnchen repr\u00e4sentieren diese Familien-Idylle) erste Kontrapunkte. Der Reiz die virtuelle Welt durch ein St\u00fcck Wirklichkeit\u00a0 zu erg\u00e4nzen- -Emmi unterstellt Leo, er bastele sich lieber seine eigene Emmi Rother, als die echte kennen zu lernen, f\u00fchrt zu einem kunstvollen Arrangement einer ersten Camouflage-Begegnung im Cafe Huber,\u00a0 in dem vor allem Leo ein wiederum nur durch seine Schwester vermitteltes Bild dreier m\u00f6glicher Emmis erh\u00e4lt. Als Emmi ihre Freundin Mia zur Realerkundung Leos einsetzt, entgleitet ihr das Spiel,weil Leo und Mia die ihnen zugedachten Rollen verlassen und es durch trotzigen einmaligen Sex \u201evermasseln\u201c. In dem Ma\u00dfe, in dem Emmis Eifersucht zunimmt, w\u00e4chst ihr Verlangen nach Leo gegen den n\u00e4chtlichen Nordwind, w\u00e4hrend Leo in einem m\u00f6glichen Treffen die gro\u00dfe Ern\u00fcchterung w\u00e4hnt. \u201eWir k\u00f6nnen das nicht leben, was wir schreiben\u201c, kann man eine Liebeserkl\u00e4rung pathetischer und zugleich n\u00fcchterner formulieren. Und so ist es zugleich der eigentliche literarische Zauber Glattauers, der Faszination der virtuellen Beziehung nicht die Entzauberung durch eine reale Begegnung folgen zu lassen. Dass der anr\u00fchrende Bittbrief von Emmis Ehemann Bernhard \u2013 seine Emailenth\u00fcllung ist die moderne Form von. Innstettens aufgebrochenem Effi-N\u00e4hk\u00e4stchen \u2013 f\u00fcr Leo die Boston-Wende und f\u00fcr Emma das Ende einleitet, ist ein weiterer Kunstgriff Glattauers. Leo holt Emmi aus ihrem \u201eVersteck\u201c, Leo versteckt sich hinter einer neuen Emailadresse:\u00a0 die Realit\u00e4t hat sie wieder, die Faszination l\u00e4sst sich nicht leben.<strong>\u00a0Note: <\/strong>1\/2 (ai) &lt;&lt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deuticke 2006,\u00a0 223 Seiten. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &gt;&gt;Man nehme zwei fremde Menschen, die einander begehren und einen st\u00f6renden Ehegatten, verzichte auf eine treibende Handlung und serviere ausnahmslos in Dialogen. Fertig ist die Sch\u00f6pfung. Also der klassische Langweiler unter den literarischen Serviervorschl\u00e4gen? 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