{"id":2075,"date":"2004-01-23T15:59:03","date_gmt":"2004-01-23T13:59:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=2075"},"modified":"2025-02-28T16:00:16","modified_gmt":"2025-02-28T14:00:16","slug":"der-terror-der-oekonomie-viviane-forrester","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=2075","title":{"rendered":"Der Terror der \u00d6konomie &#8211; Viviane Forrester"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Paul Zsolnay Verlag 1997 (Original 1996) \u00a0\u2013 207 Seiten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;Eine in 12 Kapitel zerfranste Liturgie \u00fcber die Globalisierung und stille Revolution des Kapitalismus hin zu einer Arbeit vernichtenden Wirtschaftsform. W\u00e4hrend fr\u00fcher die Ausbeutung durch Arbeit im Vordergrund stand, sei jetzt die Totalvernichtung der Arbeit das entscheidende Merkmal. Der Mensch sei durch seinen Arbeitswert bestimmt. Selbst diesen w\u00fcrde er jedoch mit der globalen Umstrukturierung verlieren. Das Kapital, die <em>dynamischen Kr\u00e4fte<\/em>, st\u00e4nden nicht mehr in Konkurrenz zueinander, sondern w\u00fcrden im Gleichschritt als Selbstzweck agieren, w\u00e4hrend der nicht mehr arbeitende Mensch an Ort und Stelle deportiert bliebe &#8211; paralysiert und zum blo\u00dfen Dahinvegetieren verdammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen die prinzipiellen Betrachtungen eingestreut finden sich Exkursionen \u00fcber arbeitslose Vorstadtjugendliche, die zur gegenseitigen Selbstzerfleischung neigen. Und Lehrer, die als T\u00e4ter der Nation, der jungen Generation jede Entwicklung und Selbstbestimmung verweigern. Schlimmster Katalysator sei die Lethargie und damit das Akzeptieren der vernichtenden Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Obwohl das Buch als \u00f6konomische Analyse daherkommt, verzichtet es fast vollst\u00e4ndig auf Fallbeispiele. Statt Sachargumenten werden in erm\u00fcdender Eint\u00f6nigkeit Gef\u00fchlseruptionen bem\u00fcht. Selbst Verweise in die Poesie, die Belletristik, die Theaterkunst bis hin zu Dantes H\u00f6lle und Shakespeares Teufel m\u00fcssen als Argumente herhalten. Vielleicht das Bem\u00fchen der franz\u00f6sischen Seniorin ihre Belesenheit zu dokumentieren. Insgesamt eine katastrophale Faselei, bei der es unklar bleibt, wo und wie sich die einzelnen Kapitel gegeneinander abgrenzen und worauf jeweils das Gewicht gelegt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch \u2013 ein \u00c4rgernis. <em>Soziopolitphilosophisch<\/em> ist im Nachhall die \u00f6ffentliche Rezeption bemerkenswert. Dass das Machwerk in Frankreich, aber auch f\u00fcr einige deutsche Rezensenten als ein beachtenswerter Aufschrei empfunden wurde, k\u00f6nnte einiges \u00fcber diese aussagen. Ein nostalgischer R\u00fcckfall in verkl\u00e4rte 68er Jahre? Revitalisierung juveniler Opposition? Haben auch Darmgef\u00fchle Anspruch auf frische Luft und d\u00fcrfen raus? Pups. <strong>Note: 6<\/strong> (ur)&lt;&lt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Zsolnay Verlag 1997 (Original 1996) \u00a0\u2013 207 Seiten &gt;&gt;Eine in 12 Kapitel zerfranste Liturgie \u00fcber die Globalisierung und stille Revolution des Kapitalismus hin zu einer Arbeit vernichtenden Wirtschaftsform. 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