{"id":1786,"date":"2023-10-27T19:03:30","date_gmt":"2023-10-27T17:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1786"},"modified":"2023-11-16T18:57:00","modified_gmt":"2023-11-16T16:57:00","slug":"unser-deutschlandmaerchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1786","title":{"rendered":"Unser Deutschlandm\u00e4rchen- Din\u00e7er G\u00fc\u00e7yeter"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1794\" src=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/K1024_deutschlandmaerchen-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/K1024_deutschlandmaerchen-193x300.jpg 193w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/K1024_deutschlandmaerchen-660x1024.jpg 660w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/K1024_deutschlandmaerchen.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/>mikrotext 2022\u00a0 |\u00a0 213 Seiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Ein anatolisch deutscher Mikrokosmos, der 1965 mit dem neuen Leben Fatmas beginnt. Zwangsheirat mit dem \u201eriesigen Kopf\u201c Yilmaz, er lebt schon in Deutschland. Dort \u201ewo man das Geld von den B\u00e4umen pfl\u00fccken kann\u201c gilt es f\u00fcr Fatma auch den Weg f\u00fcr die beiden zur\u00fcckgebliebenen (!) Br\u00fcder zu \u201epflastern\u201c. Die Geschichte, die jetzt beginnt, wird uns im Wesentlichen in einer dialogischen Perspektive von Dincer und seiner Mutter erz\u00e4hlt. Was sich in der fremden neuen Heimat in Nettetal dann abspielt, ist sicherlich auch ein typisches Familiengenerationenschicksal t\u00fcrkischer Gastarbeiterfamilien, das zugleich die gesellschaftlichen Spannungspotentiale aufzeigt (\u201eSolingen brennt\u201c), dem der eloquente Dincer in eindrucksvollen Bildern seine Sprache verleiht. Im Zentrum jedoch steht eine Mutter-Sohn-Beziehung. \u201cUnser Deutschlandm\u00e4rchen\u201c ist vor allem eine Hommage an Fatma. Die Schaupl\u00e4tze sind Fabrikhallen, Spargelfelder, Putzdienste im Kneipen- und Bordellmilieu (Doppelb\u00f6digkeit m\u00e4nnlicher Familienehre!), ein schuldengeplagter Alltag, aufopferungsvoll, j\u00e4hrlich gabenreiche Pflichtbesuche nach Anatolien mit R\u00fcckfall in alte Rollenmuster. \u00a0Yilmaz, Ehemann und Vater ein Totalausfall, ein sp\u00e4t erf\u00fcllter Kinderwunsch und dann die Hoffnung, dass Sohn Dincer als Mannersatz zur \u201ezweiten Chance in ihrem Leben\u201c werden w\u00fcrde. Was die Pflichten anbelangt, werden diese Erwartungen zun\u00e4chst auch erf\u00fcllt. Das Arbeitsethos des Kindes bewundernswert. Dass dann allerdings nicht der \u201eBlaumann\u201c und wie bei Fatmas im klassischen Sinne erfolgreichen Br\u00fcdern das zweite Haus im Heimatland in Erf\u00fcllung gehen, sondern sich schon fr\u00fch bei Dincer in vielfacher Hinsicht eine Gegenwelt auftut, bleibt der Mutter fremd. Boh\u00e8me statt Drehbank, Lyrik statt Stechuhr, nach anatolischen Kategorien kein Mann sondern schwul, kein von der Oma gew\u00fcnschter \u201eHodscha\u201c sondern ein 14j\u00e4hriger, der in der Nettetaler Moschee die leerformelhafte Inszenierung der Koranlesungen durchschaut und nicht mehr bereit ist in dieser Zeremonie die Marionette zu spielen. Die St\u00e4rke des Buches liegt gerade darin diesen Entwicklungs- und Abnabelungsprozess, der sowohl bei Fatma und Dincer auch Schuldgef\u00fchle hinterl\u00e4sst, eindrucksvoll zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Amtsrichter Hoeke \u00a0(ironischerweise ist Schuldnervater Yilmaz der Weichensteller), der dieses Buch letztlich erst m\u00f6glich gemacht hat, w\u00e4re allerdings zu empfehlen gewesen, es mit dem literarischen Kanon f\u00fcr den jugendlichen Dincer und den sp\u00e4teren Heidenreich-Walser Connections etwas behutsamer angehen zu lassen. Der ganze formale\u00a0 und inhaltliche literarische \u00dcberbau (Gebet, Lied, Chor, B\u00fchnendialog, Lyrik etc.) dieses Buches ist eher verst\u00f6rend, weil er den eindrucksvollen Klartext dieses Familienschicksals tr\u00fcbt. <strong>Note: 2\/3<\/strong> (ai)&lt;&lt;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Das Realm\u00e4rchen des Deutscht\u00fcrken G\u00fc\u00e7yeter gibt sich als literarisches Experiment. 70 Episoden. \u00dcberwiegend Prosa, gelegentlich Lyrik. Einer gebrochenen Chronologie folgend erz\u00e4hlen der Autor und seine Mutter von anatolischer Heimat, deutscher Nicht-Heimat, schmerzhaften Traditionen, ekelhafter M\u00e4nnerherrschaft, Befreiungen und Gefangenschaft. Erheiterndes und Ersch\u00fctterendes. Es funktioniert erstaunlich gut, ein und dieselbe Geschichte aus dem Munde von Mutter und Sohn zu h\u00f6ren. Es funktioniert erstaunlich gut, wie die gro\u00dfe Zahl von Mosaiksteinen sich zu einer eindr\u00fccklichen Familienbiographie verdichtet. Es funktioniert, den Anklagen \u00fcberzeugendes Gewicht zu geben, sind sie doch eingeflochten in das Gewebe belasteter Lebensl\u00e4ufe. Und daneben leuchtet dennoch Freude und Frohsinn auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Unser Deutschland M\u00e4rchen<\/em> reflektiert das individuelle Schicksal einer Gastarbeiterfamilie aus dem archaischen Anatolien in der industriell explositionsartig expandierenden Bundesrepublik. Der Roman durchleuchtet die Emanzipationsversuche des Autors als feingeistigen Einzelg\u00e4nger gegen\u00fcber der rechtschaffenden Mutter. Die Befreiungsschl\u00e4ge der Frau in der M\u00e4nner-dominierten Unendlichkeit. Die Fesseln und Widerspr\u00fcche eines hochfrequenten Wirtschaftssystems im Kontrast zu l\u00e4hmenden Gesellschaftsnormen in der j\u00e4hrlich besuchten t\u00fcrkischen Heimat. Es ist auch eine Sozialreportage der Wirtschaftswunderjahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fatma ist die Mutter von Din\u00e7er. Deren Mutter lebte noch als Nomadin von den Einnahmen ihres Tabak-schmuggelnden Mannes &#8211; bis er erschossen wurde. Die Regeln dieser Gesellschaft lesen sich so: \u201eEin obdachloses Weib zu beh\u00fcten, ist die Pflicht eines jeden Mannes. Jetzt warteten \u2026 die n\u00e4chsten auf sie, mit ihren steifen Werkzeugen. Bekamen die M\u00f6glichkeit, das Gewissen ihrer Schw\u00e4nze zu beruhigen.\u201c Fatma und zwei Br\u00fcder werden gezeugt. Fatma wird einem Fremden als Gattin zugewiesen, um in Deutschland Geld f\u00fcr die beiden behinderten Br\u00fcder zu verdienen. Fatma will es nicht, muss es aber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der neue Ehemann wird sich als arbeitsscheu und wenig gesch\u00e4ftst\u00fcchtig erweisen. Fatma dagegen wird sofort die treibende Kraft der Familie. Hilft ihrem Mann in seiner schlecht laufenden Kneipe, qu\u00e4lt sich mit seinen immer weiter auft\u00fcrmenden Schulden ab. Arbeitet in Schwermetallfabriken, geb\u00e4rt zwei S\u00f6hne und nimmt Zweitt\u00e4tigkeiten in der Landwirtschaft an bis der Zusammenbruch eintritt: ein schwerer Arbeitsunfall zwingt sie zu monatelangen Krankenhausaufenthalten und wiederholten Operationen, die ihren Gesundheitszustand fortlaufend verschlechtern. Und dennoch gibt sie nicht auf. Kommt den unstillbaren Begierden nach Konsumartikeln ihrer Verwandtschaft in der T\u00fcrkei nach, versorgt bis zu acht Bewohner in ihrer kleinen Wohnung und beherbergt undankbare Fl\u00fcchtlinge. \u00dcberraschend bewahrt sie sich ein offenes Herz. Sie kann gar nicht anders. Ein kleinw\u00fcchsiger T\u00fcrke, der den <em>Arsch nah am Boden tr\u00e4gt,<\/em> er\u00f6ffnet ein Bordell. In ihrer Kneipe verteidigt Fatma die kleinen Huren vor den <em>sabbernden, geilen B\u00f6cken<\/em> und versucht die jungen Dirnen wieder auf den rechten Pfad zu leiten. Sie werden in ihren wankelm\u00fctigen VW-Bus verfrachtet mit Ziel Frankfurt, K\u00f6ln oder wo immer die M\u00e4dchen herkommen. Ihre V\u00e4ter und Br\u00fcder werden bedr\u00e4ngt, die versto\u00dfenen T\u00f6chter wieder aufzunehmen. Meist klappt es nicht. Din\u00e7er wird sp\u00e4ter ihr Lebensgef\u00fchl so beschreiben: \u201eDas hier ist nicht mein Leben. Das hier ist nur die Zeit, in der ich die T\u00f6pfe der anderen f\u00fclle\u2026\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Din\u00e7er ist Fatmas lang ersehnter Erstgeborene. Er ist besonders, integriert sich kaum in den deutschen Kinderalltag, schreibt fr\u00fch Gedichte. \u201cWenn ich vor meinen sch\u00f6nsten Jahre sterbe, soll keiner weinen.\u201c <em>Das Testament<\/em>, bereits mit acht Jahren verfasst. Din\u00e7er leidet mit der Mutter, vernachl\u00e4ssigt die Schule, um schon als Grundsch\u00fcler mit und f\u00fcr die Mutter Geld zu verdienen. Von den ersten Ersparnissen kauft er ungefragt f\u00fcr sie St\u00f6ckelschuhe. Leider passen sie nicht. Die Mutter tr\u00e4gt sie trotzdem bis die Blasen platzen. Dem Pubertierenden wird vom Onkel ein Putzjob angetragen. Auch er hat inzwischen ein Bordell er\u00f6ffnet. Obwohl die versprochene Entlohnung nie gezahlt wird, f\u00fchlt Din\u00e7er sich mit dem Erfahrungsschatz k\u00f6niglich entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Verh\u00e4ltnis zur Mutter nimmt zusehends Schaden, wird zwiesp\u00e4ltig. Er erf\u00fcllt nicht ihre Erwartungen. Sie auch seine nicht, als sie in der anatolischen Ferne die paternale Diktatur der D\u00f6rfer mitlebt. In Anatolien sind nicht Taten ein Verbrechen, sondern das Sprechen \u00fcber die Taten. Also schweigt Fatma auch dann noch als eine rechtschaffende Frau ge\u00e4chtet wird, weil sie vor dem Missbrauch fl\u00fcchtet. Din\u00e7er macht die harte Schule einer Werkzeugmacherlehre durch. Irgendwie will er auch normal sein &#8211; und wird es doch nicht. Versucht sich bei einer Schauspielschule, f\u00fchlt sich als Schwuler entlarvt. Fl\u00fcchtet von Zuhause, vagabundiert durch die Strichern\u00e4chte Istanbuls. Verweigert sich. Wird dichtender Kneipier. Die Lyrik nimmt immer mehr Raum ein, auch wenn es die Familie verst\u00f6rt. Bis ein Herr Hoeke seine Begabung entdeckt und Din\u00e7er nachhaltig f\u00f6rdert. Erste \u00f6ffentliche Auftritte folgen. Die Presse berichtet euphorisch. Preise werden \u00fcberreicht. Schlie\u00dflich der literarische Gabelstaplerfahrer und Inhaber eines kleinen Eigenverlages. Bis heute. Das ist Din\u00e7er G\u00fc\u00e7yeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 W\u00e4hrenddessen k\u00e4mpft Fatma und f\u00fcgt sich dennoch dem Diktat ihres Schicksals. Und dies, obwohl sie angef\u00fcllt ist von tiefster Entt\u00e4uschung. Ihre Erfahrung ist: solange der Mensch das Dasein pr\u00e4gt, wird die Welt nicht f\u00fcr Menschen sein. Der Mensch bleibt das <em>ewig blutende, rohe Fleisch<\/em>. Egal ob in der Heimat oder Heimatlosigkeit, unter T\u00fcrken oder Deutschen, in der Familie oder allein. Gerade wegen dieser abgr\u00fcndigen Tiefen ber\u00fchrt es umso mehr, wenn wir von Sohn und Mutter ein gemeinsam verfasstes <em>Deutschland M\u00e4rchen<\/em> lesen. Es ist eine Heimkehr. Das sanfte, ehrliche Aufarbeiten, das Zusammenf\u00fchren von Welten, von Werten, die so lange unvereinbar schienen, hatte die Mutter sich doch einen gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen, starken Gattenersatz erhofft. Stattdessen brachte Din\u00e7er sanfte Worte nach Hause. Jetzt erlebt die Mutter vermutlich zum ersten Mal als Koautorin die St\u00e4rke des Wortes durch den Mund ihres Sohnes. Ein wahres M\u00e4rchen mitten in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Auch wenn das Werk zum Ende Gef\u00e4lle offenbart, bleibt es eindr\u00fccklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Note 2 \u2013<\/strong>(ur)&lt;&lt;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;Mit der Frage \u201eWann wirst du dein eigenes Lied singen, Alamanya ?\u201c endet das \u201eLied der M\u00fctter vor dem Parlament.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe versucht, die Frage zu beantworten und angefangen zu dichten und zu singen. Den Titel \u201eDas Brummeln der Kartoffeln\u201c hatte ich schnell gefunden, aber der Rest ist leider ziemlich misslungen, weshalb ich m e i n Lied der geneigten Leserschaft ersparen m\u00f6chte. Vorsichtshalber habe ich es zerrissen. Die Mahnung von Mutter Fatma an ihren Sohn Din\u00e7er gilt nicht f\u00fcr meine Zeilen: \u201cDin\u00e7er, sei nie zu schnell mit deinem Urteil, weder jetzt noch sp\u00e4ter. Die Wahrheit bleibt oft ein Geheimnis.\u201c Hut ab vor Din\u00e7er G., einem Autor, der die zweite Grundschulklasse wegen mangelnder Deutschkenntnisse wiederholen musste und jetzt Prosa, Lyrik und mehr ver\u00f6ffentlicht. Genre\u00fcbergreifend. Er spielt mit der Sprache, wirkt aber manchmal artifiziell, manieristisch. Und manchmal so anspruchsvoll, dass der native speaker nur mit M\u00fche versteht, was ihm der Autor sagen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mutter-Sohn Dialog ber\u00fchrt durch seine Ehrlichkeit und seine Authentizit\u00e4t. Din\u00e7rt entt\u00e4uscht die Erwartungen der Mutter auf einen soliden Sohn an der Werkbank. Eigentlich ein klassischer Konflikt, Kinder erf\u00fcllen nicht die Erwartungen der Eltern. Wohltuend f\u00fcr meine Kartoffelseele, dass Din\u00e7er G\u00fc\u00e7yeters Deutschlandbild sich nicht auf rassistische Anschl\u00e4ge beschr\u00e4nkt, sondern auch die Unterst\u00fctzung und Hilfe erw\u00e4hnt, die er von deutschen Nachbarn erfahren hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine bewegende Lekt\u00fcre. Lohnend.\u00a0 <strong>Note : 2\/3<\/strong> (ax) &lt;&lt;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&lt;&lt; Unser Deutschlandm\u00e4rchen: Eine formal ungew\u00f6hnliche Montage aus \u00fcber 60 Szenen, Gedichten, Ch\u00f6ren, Gebeten, ja offenbar authentischen Fotos aus dem Familienalbum. Die an vielen Stellen sehr ber\u00fchrende Geschichte einer Einwandererfamilie aus Anatolien, die -so l\u00e4sst sich vermuten- die Geschichte des Autors und seiner Familie, ist. Din\u00e7er G\u00fc\u00e7yeter gibt auch seiner Mutter Fatma eine Stimme, in dem er zahlreiche Szenen aus ihrer Sicht erz\u00e4hlt. Die Frauen halten den Laden zusammen. M\u00e4nner kommen eher schlecht weg bei G\u00fccyeter. Sein Vater ist ein Versager mit \u201eriesigem Kopf\u201c, sein Onkel betriebt ein Bordell, in dem auch der junge Dincer aushilft. Die M\u00e4nner in den Kneipen geile B\u00f6cke. Einzig Amtsrichter Hoeke- ausgerechnet- hebt sich von der negativen Folie ab. Er hilft dem 14-j\u00e4hrigen Dincer und erkennt sein Talent als Dichter und f\u00f6rdert ihn. Ein M\u00e4rchen.<br \/>\nIm zweiten Teil wird das Buch schw\u00e4cher. Zuviel gewollt und \u00fcberfrachtet. Schade.<br \/>\n<strong>Note: 2\/3<\/strong> (\u00fcn)&lt;&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mikrotext 2022\u00a0 |\u00a0 213 Seiten. &gt;&gt; Ein anatolisch deutscher Mikrokosmos, der 1965 mit dem neuen Leben Fatmas beginnt. 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