{"id":1675,"date":"2022-12-02T16:56:40","date_gmt":"2022-12-02T14:56:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1675"},"modified":"2023-02-27T14:11:36","modified_gmt":"2023-02-27T12:11:36","slug":"die-vierte-gewalt-david-precht-und-harald-welzer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1675","title":{"rendered":"Die vierte Gewalt &#8211; David Precht und Harald Welzer"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1669\" src=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/K1024_vierte-Gewalt-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/K1024_vierte-Gewalt-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/K1024_vierte-Gewalt-679x1024.jpg 679w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/K1024_vierte-Gewalt.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/> S. Fischer\u00a0 Verlag \u00a0 288 Seiten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Neben der Legislative, Exekutive und Judikative diskutieren die Autoren die Medien als vierte Gewalt (Publikative), der eine kritische Kontrollfunktion ohne Verfassungsrang zukommt. Ein offensichtlicher Wandel im Wechselspiel zwischen Politik und politischem Journalismus erweckt jedoch inzwischen den Eindruck, dass die Medien nicht neben, sondern \u00fcber den Verfassungsgewalten stehen. Politiker werden \u00f6ffentlich zu massenmedial formulierten Entscheidungen getrieben. Selbsterhaltungsbewusste Politiker passen sich in vorauseilendem Gehorsam Tendenzen der Leit- und Direktmedien an. Das Mediensystem scheint das politische System zu kolonialisieren. Eine Transformation der Demokratie zur Mediokratie?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wirkgr\u00f6\u00dfen dieses Prozesses sind Skandalisierung, permanente Emp\u00f6rung und Polarisierung, die gezielt selbst in den Leitmedien wie <em>FAZ<\/em>, <em>Welt<\/em> und <em>S\u00fcddeutsche<\/em> oder in den Sendern der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vermehrt zu beobachten sind. Inszenierte Emp\u00f6rung wird millionenfach multipliziert und steigert damit den Unterhaltungs- und Publikumswert. Die Reichweite als alles dominierende Messgr\u00f6\u00dfe wird in die H\u00f6he getrieben. Verlust von Sachinhalten und gleichzeitiger Personalisierung sind weitere Merkmale. Es geht zunehmend nicht mehr um politische Positionen sondern um Politiker, die medial wesentlich effizienter instrumentalisiert werden k\u00f6nnen als komplexe Gesellschaftszusammenh\u00e4nge. \u00dcberraschend ist dabei jedoch das neue Ph\u00e4nomen, dass die konkurrierenden Medien Einheitsmeinungen einnehmen, ohne dass eine von oben oktroyierte Manipulation ersichtlich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An verschiedenen Ereignissen werden von den Autoren Detailaspekte illustriert, wobei der Krieg in der Ukraine eine besonders eindr\u00fcckliche Periode darstellt. Nachdem von Politik und Medien der intensive Wirtschaftsaustausch mit Russland \u00fcber mehrere Jahrzehnte zelebriert wurde (Wandel durch Handel), galt dieser pl\u00f6tzlich als gr\u00f6\u00dfter historischer Fehler, wobei die Presse sich frei von Selbstkritik pr\u00e4sentierte. Namhafte Verfasser eines \u00f6ffentlichen Briefes gegen die Lieferung schwerer deutscher Waffen, Exbundeskanzler Schr\u00f6der sowie Exkanzlerin Merkel, die beide nicht ihre Au\u00dfenpolitik widerrufen wollten, wurden zu Objekten des nationalen Fremdsch\u00e4mens stilisiert. Selbst der amtierende Bundespr\u00e4sident wurde zum Schuldeingest\u00e4ndnis gen\u00f6tigt. Sch\u00e4men und Widerruf als von den Medien \u00f6ffentlich erzwungenes Gel\u00f6bnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier war wieder in Ziel und Stil ein einheitliches Vorgehen aller Leitmedien zu beobachten. Ursache dieser Entwicklung schreiben die Autoren vor allem dem Auftreten der Direktmedien als quasi f\u00fcnfte Gewalt zu. <em>Youtube<\/em>, <em>Twitter<\/em> und andere Onlinemedien brechen das Informationsmonopol etablierter Medien auf. Jeder und jede wird zur RedakteurIn, immer und \u00fcberall filmt schon ein Mobiltelefon, Inhalte und deren Wertung sind global und vor allem kostenlos verf\u00fcgbar. Filterung erfolgt nicht mehr in wenigen Redaktionsstuben durch Gate-keeper mit althergebrachter Deutungsmacht. Charakteristisch ist f\u00fcr Direktmedien meist eine extreme Verk\u00fcrzung von Inhalten, ausgesprochen subjektive Wertung und h\u00e4ufig gef\u00e4hrliche Emotionalisierung bis zur Diffamierung. Den Leitmedien brechen in der Folge auf ganzer Front M\u00e4rkte weg. Werbeeinnahmen sind im freien Fall, Redaktionen werden eingeschmolzen. Recherchejournalismus wird unbezahlbar. Als entscheidende L\u00f6sung sehen die Alten vor allem das Imitieren der Neuen. Die neue W\u00e4hrung sind <em>Klicks<\/em> und <em>Visits<\/em>, um Anzeigenpreise h\u00f6her zu halten. Redaktionseigene SEO (Search Engine Optimization) Mitarbeiter optimieren Artikel, damit das eigene Medium m\u00f6glichst hoch im Ranking der Google Suchmaschinerie klettert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da das Publikum vor allem auf Sensationen reagiert, wird konsequent versucht, Extreme zu pr\u00e4sentieren oder notfalls spannungsarme Themen zu dramatisieren, Konflikte willk\u00fcrlich zu konstruieren und Teilnehmer gegeneinander in Stellungen zu bringen. Gerade der letzte Punkt hat sich zum Goldstandard entwickelt. Die Personalisierung von Information ist ein neues Medienmerkmal geworden. Das kurze Lachen von Ministerpr\u00e4sident Laschet bei einer Visite im zerst\u00f6rten Ahrtal und seine darauf folgende Demontage als Kandidat f\u00fcr den CDU-Vorsitz durch die Medien (ein Pr\u00e4sident der angeblich seine leidenden Wahlb\u00fcrger auslacht) ist ein Beispiel, in dem der politische Inhalt bewusst aufgegeben und eine Nebens\u00e4chlichkeit zerst\u00f6rerisch moralisiert und zum alleinigen Medieninhalt erhoben wurde. Skandaljournalismus als wirkstarkes Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer von mehreren Gr\u00fcnden, dass dieses Modell im politischen Umfeld funktioniert, liegt auch daran, dass die Politik nat\u00fcrlich um die enorme Macht und Reichweite der Medien wei\u00df und sich deshalb permanent den Medien als Multiplikatoren andient. Die Medien nehmen dankend das kostenlose Rohprodukt entgegen, so dass ein rotierendes Selbstgespr\u00e4ch zwischen Politik und Medien resultiert. Dass die Medien sich trotzdem immer wieder einzelne Pers\u00f6nlichkeiten oder Politikinhalte herausgreifen, um sie nach eigenem Gutd\u00fcnken zu manipulieren oder zu zerst\u00f6ren, bremst den Kreislauf keineswegs, da es auch in diesen Situationen unter den politischen Gegnern immer auch lachende Gewinner gibt. Es entsteht ein vermarktbares Perpetuum mobile mit erheblichem Unterhaltungswert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teil des Infotainments ist der so genannte <em>Unmarked Space<\/em>, das bewusste Weglassen von Informationen. Auch wenn nie die vollst\u00e4ndige Komplexit\u00e4t einer Sachlage ersch\u00f6pfend wiedergegeben werden kann, sollte eine ausgewogene Berichterstattung erfolgen. Stattdessen bilden sich unter den Medien wie etwa im Ukraine Krieg fast v\u00f6llig homogene, einseitige Positionen unter den Teilnehmern heraus. Merkmal ist dabei eine Indexierung von Sachinhalten. Der barbarische Krieg wird nur vom russischen Autokraten gef\u00fchrt, der selbst seine eigenen Soldaten in den Tod treibt. Zehntausende Tote und Verletzte haben nichts mit der Kriegf\u00fchrung der sich verteidigenden Ukraine zu tun. Der ukrainische Soldat, der wie jeder Soldat zum Massenmord verpflichtet ist, kommt nicht vor. In deutschen Medien wird dieser Teil der Wahrheit moralisch sanktioniert, d.h. <em>unmarked<\/em>. (\u00dcbrigens ganz anders als in der polnischen Kriegsberichterstattung, in der vernichtungsstarke K\u00e4mpfer der Ukraine als Helden gefeiert werden.) Entsprechend werden deutsche Waffen nur f\u00fcr die R\u00fcckeroberung der Freiheit ben\u00f6tigt \u2013 nicht f\u00fcr das T\u00f6ten tausender Menschen. Diese Form der inneren Zensur tr\u00e4gt Z\u00fcge eines totalit\u00e4ren Systems mit dem gro\u00dfen Unterschied, dass in der deutschen Demokratie keine Zensur von oben erfolgt. Die bewusst eingeengte Wahrnehmung erfolgt <u>trotz<\/u> unseres offenen Gesellschaftssystems mit Pluralit\u00e4t und Widerspruchsgarantie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gelegentlich k\u00f6nnen Kipppunkte in der Berichterstattung beobachtet werden. So folgte die deutsche Presse im Vietnam-Krieg lange dem US-amerikanischen Narrativ der Dominotheorie, dass man nur mit milit\u00e4rischer Gewalt verhindern k\u00f6nne, dass der sowjetische Kommunismus von einem Land auf viele andere \u00fcberspringen k\u00f6nne. Erst als Dieter Hildebrandt seinerzeit eine entbl\u00f6\u00dfende Reportage \u00fcber die Gr\u00e4uel des Vietnam-Krieges in der <em>Zeit <\/em>ver\u00f6ffentlichte, objektivierte sich die bundesdeutsche Berichterstattung und sprach von der Gewaltt\u00e4tigkeit auf allen Seiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum treten die konkurrierenden Medien unisono auf und verlieren damit im Grunde Profil? Weil sich Schwarmverhalten als gewinnbringend herausgestellt hat. Precht und Welzer zitieren an dieser Stelle die folgenschwere Medienkampagne gegen den Bundespr\u00e4sidenten Wulff 2012. Nachdem Verfehlungen identifiziert und erste Meldungen publiziert waren, nahm mit Folgerecherchen von weiteren Medien die Geschichte Fahrt auf. Letztlich konnte die Causa Wulff soweit zu einer Aff\u00e4re verdichtet werden, dass der Politiker von seinem Amt zur\u00fccktreten musste. Jedes Organ nutzte die gesteigerte Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit und den damit verbundenen hohen Marktwert des Objektes. Es lohnte sich auf der Welle mitzusurfen und durch eigene Beitr\u00e4ge die Amplitude zu erh\u00f6hen. Besonders nachhaltig wurde die Eigenwerbung, wenn andere Wettbewerber einen zitierten. Letztlich steckt also in der vermeintlichen Medienkooperation ein Konkurrenzmechanismus. Dieses Ph\u00e4nomen ist umso eindr\u00fccklicher, weil anders als z.B. in der Adenauer \u00c4ra mit einer ausgepr\u00e4gten Links-Rechts Topographie, die Leitmedien heute kaum noch unterschiedliches politisches Profil erkennen lassen. Im Fall der Berichterstattung zum Krieg in der Ukraine und seinen deutschen Verkn\u00fcpfungen unterscheiden sich <em>Bild<\/em> und <em>TAZ <\/em>kaum noch. Diese Meinungsgeschlossenheit nennen die Buchautoren: <em>Cursor <\/em>Mentalit\u00e4t \u2013 das kollektive Folgen einer Leitspur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch soziologisch und psychologisch ist dies ein bekanntes Anpassungsph\u00e4nomen, das einem Individuum durch gruppenkonformes Verhalten eher Vorteile verschafft. Im Journalismus kann die kommerziell provozierte Stigmatisierung (der z\u00f6gerliche <em>Scholzomat<\/em>), sich nat\u00fcrlich auch gegen die eigene Redaktion wenden, so dass man sich auch deshalb schon besser dem <em>group think<\/em> anschlie\u00dft. Der Prozess m\u00fcndet in einen Selbstverst\u00e4rkungseffekt, h\u00e4ufig auch als Erregungsspirale. Teil der Gruppenanpassung ist die publikumswirksame Ausgrenzung Andersdenkender. So z.B. mediale Verurteilung von Alexander Kluge, als er in einem Interview zu sagen wagte, dass im Ukraine Krieg Kapitulation eine zivilisatorische M\u00f6glichkeit sei. Sofort sind diffamierende Gattungsnamen wie <em>Putinversteher<\/em> oder <em>Unterwerfungspazifist <\/em>gefunden. Ein weiterer journalistischer W\u00fcrgegriff liegt in der De-Kontextualisierung \u2013 Einzel\u00e4u\u00dferungen oder Satzpassagen werden aus dem inhaltlichen Zusammenhang gerissen und verfremdet. So wurde die dem Feminismus zugewandte K. Rowling pl\u00f6tzlich als transphob deklassiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie k\u00f6nnte ein verantwortungsbewusster, informativer, kritischer Journalismus aussehen? Aufbauend auf eine im Idealfall deliberative \u00d6ffentlichkeit \u2013 w\u00e4re eine sich \u201eberatschlagende\u201c Medienlandschaft denkbar. Entsprechend auch eine, die inklusiv und integrativ ist, also m\u00f6glichst viele Meinungen einschlie\u00dft und zusammenf\u00fchrt. Dazu geh\u00f6rt Tiefgang und Besonnenheit, also auch Zeit und Bereitschaft zur Zeitverz\u00f6gerung. Weniger problemfixierter sondern l\u00f6sungsorientierter Journalismus. Weniger katastrophenbegeistert sondern konstruktiv zu proaktivem Handeln motivierend unter dem Motto \u201eGeht doch!\u201c \u00e4hnlich den aufgef\u00fchrten Vorreitern <em>Perspective Daily<\/em> oder <em>FUTURZWEI, <\/em>so die beiden Autoren. Diskutiert wird auch eine wirtschaftlich und politisch unabh\u00e4ngige L\u00f6sung f\u00fcr Direktmedien analog der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender. Die Frage bleibt aber, ob hierbei nicht Antagonisten vereint werden sollen. Auff\u00e4llig ist zwar, dass die Direktmedien ein Maximum an demokratischer Essenz beinhalten: alles ist allen und immer verf\u00fcgbar, jeder ist aktiver Teil des Ganzen. Sie sind optimal inklusiv. Leider aber minimal integrativ und damit anti-deliberativ.<br \/>\n#Ein kluges Buch. Lesenswert.\u00a0 <strong>Note: 2<\/strong> ( ur) &gt;&gt;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt; Eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Analyse der Medienentwicklung in Deutschland zweier Autoren, die selbst die mediale Aufmerksamkeitsklaviatur perfekt beherrschen. Wie sich die \u201eVerschiebung der medialen Plattentektonik durch Soziale Medien\u201c auf die sog. Leitmedien auswirkt, das ist die Schl\u00fcsselfrage. Reichweitenfetischismus, Clicks und Messtools, Hochgeschwindigkeits- und Trendjournalismus sind die Treiber der Ver\u00e4nderung. Analyse und Diskurs werden durch \u00a0Vereinfachung, Personalisierung und Skandalisierung ersetzt. Bashingunkultur: Wulff, Laschet, M\u00fcnckler, Fla\u00dfp\u00f6hler, Kimmich, die Autoren selbst, die Beispiele zahllos. Leitmedien neigen bei den gro\u00dfen gesellschaftlichen Themen Migration, Corona, Ukrainekrieg \u00a0zum \u201eCursor-Journalismus\u201c und \u201eHaltungsjournalismus\u201c, wo eigentlich Differenzierung, Ambivalenzen und Graut\u00f6ne angesagt w\u00e4ren. Vorverurteilungen: AfD-Sprech, Coronaleugner, Putinversteher, die Schubladen lassen sich leicht bedienen. Das Untersuchungsfeld der Autoren sind vor allem die Printmedien, auch deren Onlineportale. Was dabei zu kurz kommt, sind die \u00f6ffentlichen-rechtlichen Medien, wobei gerade hier etwa bei der Besetzungscouch der unz\u00e4hligen Talkrunden Ergiebiges zu holen gewesen w\u00e4re. V\u00f6llig ausgeblendet die Macht der Bilder (was wird wie gezeigt, was weggelassen), sicherlich eine Fundgrube wenn es um Informationsgehalt geht. Dass das schwindende Vertrauen in Politik und Demokratie auch etwas mit dem Verlust von Qualit\u00e4tsjournalismus zu tun hat, f\u00fchrt zu der Frage wie der Vertrauensverlust wiederherzustellen w\u00e4re. Da reicht es meiner Meinung nicht der Gefahr der \u201eSelbstverzwergung der Leitmedien\u201c mit einem doch recht diffuses Modell eines inhaltlich und \u00f6konomisch unabh\u00e4ngigen \u201eAufkl\u00e4rungsjournalismus\u201c\u00a0 zu begegnen. \u00a0Dennoch ein kluges sprachlich flott geschriebenes Buch, das anregt auch das eigene Medienverhalten zu hinterfragen, nicht jedem Hype und Trend zu folgen, den eigenen Erregungspegel zu z\u00fcgeln, Urteilen nach Fakten., der mainstream ist nicht immer der Goldstandard. Power off &#8211; mehr eigener Kopf.\u00a0 <strong>Note:<\/strong> 2 \u2013 (ai) &gt;&gt;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&lt;&lt; Die beiden Autoren, omnipr\u00e4sente mediale Leuchtfiguren, sind beleidigt. Der rote Faden: die Medien und die bundesrepublikanische \u00d6ffentlichkeit sind mehrheitlich ihrer Position zum Ukrainekrieg nicht gefolgt. Da kann was nicht stimmen, meinen die zwei Narzisse und machen sich auf die Suche nach dem, was da schiefl\u00e4uft. Leider gelingt ihnen nur ein populistisches Thesenbuch voller Zerrbilder, das nichtsdestotrotz oder vielleicht auch gerade deshalb zum Bestseller wurde. Ihre Verniedlichung der Silvesternacht auf der K\u00f6lner Domplatte ist eine Zumutung. Eine Frechheit gegen\u00fcber den weiblichen Opfern. Das vierte Kapitel &#8222;The Unmarked Space&#8220; kann man nicht mal den Hasen geben. Sie bek\u00e4men Verdauungsschwierigkeiten.<br \/>\nPositiv die Kritik, dass zuviel \u00fcber Politiker (Outfit und so fort) anstatt \u00fcber politische Inhalte geschrieben wird. Oder der sogenannte Meutenjournalismus. Bei den Opfern wird leider Philipp Jenninger vergessen. Klammer auf: die Rede, die zu seinem R\u00fccktritt f\u00fchrte,hat Ignatz Bubis Mitte der 90er Jahren in Hamburg vorgelesen und viel Beifall bekommen. Erst nach dem Applaus sagte Bubis seinen Zuh\u00f6rern, dass es die w\u00f6rtliche Rede Jenningers war. Meutenjournalismus. Klammer zu. Positiv auch, die Erweiterung meines Wortschatzes. &#8222;Assholery&#8220; war mir nicht bekannt. Harald Welzer hat in seinem Buch &#8222;Selbst denken&#8220;, das wir vor vielen Jahren besprochen haben, vorausschauend gesagt: &#8222;Rechnen Sie mit R\u00fcckschl\u00e4gen, vor allem solchen, die von Ihnen selber ausgehen.&#8220;(Seite 293). &#8222;Die Vierte Gewalt&#8220; k\u00f6nnte ein solcher sein. Herrn Precht w\u00fcnsche ich viel Vergn\u00fcgen beim Anschauen von Servus-TV.\u00a0 <strong>Note: 3<\/strong> ( ax) &lt;&lt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S. Fischer\u00a0 Verlag \u00a0 288 Seiten &gt;&gt; Neben der Legislative, Exekutive und Judikative diskutieren die Autoren die Medien als vierte Gewalt (Publikative), der eine kritische Kontrollfunktion ohne Verfassungsrang zukommt. 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