{"id":1577,"date":"1996-05-10T14:32:52","date_gmt":"1996-05-10T12:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1577"},"modified":"2021-12-23T14:35:38","modified_gmt":"2021-12-23T12:35:38","slug":"der-campus-dietrich-schwanitz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/?p=1577","title":{"rendered":"Der Campus &#8211;  Dietrich Schwanitz"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1579\" src=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/K1024_Campus-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/K1024_Campus-190x300.jpg 190w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/K1024_Campus-647x1024.jpg 647w, http:\/\/www.literarisches-quartett-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/K1024_Campus.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/>Eichborn Verlag 1995 | 382 Seiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&gt;&gt;Dynamisch erfolgreicher Hamburger Universit\u00e4tsprofessor (Hanno Hartmann, Kultursoziologe), von Kollegen geachtet und beneidet, ger\u00e4t in sexuelle Abh\u00e4ngigkeit zu einer extrovertierten Studentin, von der er sich zu befreien sucht. Sein Verh\u00e4ltnis wird ansatzweise publik, worauf sich eine Vielzahl von Individuen, Organen und Institutionen auf den Fall st\u00fcrzen und diesen im jeweiligen Eigeninteresse zelebrieren, gilt es doch Karrieren zu festigen, Machtgel\u00fcste und erotische Anliegen auszuleben, Eifersucht zu verrechnen oder Gelder zu akquirieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein komplexes Geflecht von Abh\u00e4ngigkeiten und ungeahnten Einflussm\u00f6glichkeiten im Universit\u00e4ts- und im Politikbereich offenbart sich. Der Universit\u00e4tspr\u00e4sident will wiedergew\u00e4hlt werden und braucht die Frauenbeauftragte, die sich mit einem ganz gro\u00dfen Coup ein Denkmal setzen will, wobei ein Gremienkrieg gef\u00fchrt werden muss, der \u00fcberlagert wird von den Animosit\u00e4ten der unteren akademischen Mittelschicht, die bisher weder durch Flei\u00df noch durch Wissenschaft \u00fcberzeugen konnte. Als ein \u00fcbermotivierter Nachwuchsjournalist seine Profilierungschance wittert, nimmt das Intrigengebr\u00e4u richtig W\u00fcrze auf, so dass schlie\u00dflich sogar der Hamburger Senat eine willkommene Plattform wittert, auf der die postmoderne Sexismusdebatte mit Blick auf wiederkehrende Wahlen gewinnbringend gef\u00fchrt werden kann. Dass schon fr\u00fch die Studentin widerruft, macht keinen Unterschied. Durch ihre Einweisung in die Psychiatrie kann der Widerruf vertuscht werden, so dass alle Teilnehmer zuverl\u00e4ssig auf ihre Kosten kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H.Hs Gattin: vom Typus exaltierter Landadel und HHs familieninternes Minenfeld. Seine Tochter ist die Einzige, die etwas Integeres vermuten l\u00e4sst. Sie bleibt HHs St\u00fctze. H.H. dagegen mit erkennbaren Eitelkeiten, aber eben auch virtuoser Kompetenz. Doch das verhindert nicht, dass H.H. im Wissenschaftsapparat \u00fcber 380 Seiten spannend seiner Opferung entgegengef\u00fchrt und mit dem Vorwurf der Vergewaltigung unberechtigt suspendiert wird. Nach dem Publikwerden seiner Unschuld verzichtet er jedoch auf eine Rehabilitation, weil er von der systeminh\u00e4renten Schuld der Protagonisten \u00fcberzeugt bleibt und selbst nicht erneut Teil der Niedertr\u00e4chtigkeit werden will.<\/p>\n<p>Geschrieben ist der Roman in hocham\u00fcsanten Einzelanekdoten, die von fulminanter Sprachakrobatik und bissigem Witz gepr\u00e4gt sind. An manchen Stellen jedoch rutscht das Slapstickhafte in die Plattheit von HB-Werbespots ab.<\/p>\n<p>Lesenswert f\u00fcr Akademiker Insider.\u00a0 <strong>Note: 2<\/strong>\u00a0 (ur) &lt;&lt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eichborn Verlag 1995 | 382 Seiten. &gt;&gt;Dynamisch erfolgreicher Hamburger Universit\u00e4tsprofessor (Hanno Hartmann, Kultursoziologe), von Kollegen geachtet und beneidet, ger\u00e4t in sexuelle Abh\u00e4ngigkeit zu einer extrovertierten Studentin, von der er sich zu befreien sucht. 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